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Meal Skipping und Stoffwechselgesundheit: Auswirkungen auf Appetit, Energie und den Stoffwechsel

  • 31. März
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Apr.









Bei einem vollen Arbeitstag mit Meetings, Pendeln oder Überstunden kann eine Mahlzeit schnell mal übersprungen werden. Der Körper schüttet das Stresshormon Cortisol aus, das unseren Appetit vorübergehend unterdrücken kann. So funktionieren wir oft den ganzen Tag über weiter, ohne Hunger wahrzunehmen, oder der Hunger bleibt komplett aus. Erst in ruhigeren Momenten kehrt das Hungergefühl zurück und wir stellen fest, dass das Mittagessen, oder vielleicht sogar ein ganzer Tag ohne Essen, ausgelassen wurde.


Auch wenn das schnell zur Routine werden kann, kann das regelmäßige Auslassen von Mahlzeiten langfristig unsere Appetitregulation, unser Energielevel und unsere Stoffwechselreaktionen beeinflussen.


Was sagt die Evidenz?


Appetit


  • Große Beobachtungsdaten aus der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey zeigen, dass das Auslassen von Mahlzeiten nicht unbedingt zu einer höheren täglichen Kalorienaufnahme führt. Allerdings ist es mit größeren nachfolgenden Mahlzeiten und einer geringeren Ernährungsqualität verbunden, insbesondere mit einer niedrigeren Aufnahme von Gemüse. (1) Diese Ergebnisse basieren jedoch auf kurzfristigen, selbstberichteten Daten und sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden

  • Wenn man sich den Appetit selbst anschaut, ist die Studienlage noch begrenzt. Untersuchungen zu Intervallfasten (eine strukturierte Form des intermittierenden Fastens) zeigen, dass sich das Hungergefühl über den Tag hinweg nicht wesentlich verändert. Allerdings berichten manche Personen von einem stärkeren Hungergefühl am Abend, was darauf hindeutet, dass sich der Hunger eher verschiebt als insgesamt zunimmt. (2)

  • Interessanterweise scheint das Auslassen von Mahlzeiten kurzfristig keinen starken Einfluss auf zentrale Hungerhormone wie Ghrelin und Leptin zu haben, wobei hier weitere langfristige Studien notwendig sind. (3)

  • Ein weiterer wichtiger Faktor sind Gewohnheiten. Eine Studie zeigte, dass Personen, die normalerweise frühstücken, deutlich mehr Hunger verspüren, wenn sie das Frühstück auslassen, im Vergleich zu Personen, die daran gewöhnt sind, nicht zu frühstücken. (4) Das deutet darauf hin, dass sich unser Körper an unsere Essgewohnheiten anpasst.

  • Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen unabsichtlichem Auslassen von Mahlzeiten und bewusstem intermittierendem Fasten. Während das Auslassen von Mahlzeiten mit Verhaltensanpassungen wie größeren Portionen und einer schlechteren Ernährungsqualität verbunden ist, zeigt geplantes intermittierendes Fasten keine erhöhte Gesamtenergieaufnahme. (5)


Energielevel


  • Die Studienlage zum Einfluss von Mahlzeiten-Auslassen auf das Energielevel ist überraschend begrenzt. Einige Studien zeigen, dass das Frühstück insbesondere bei Menschen mit Übergewicht zu einer höheren körperlichen Aktivität am Morgen führen kann. (6)

  • Andere Studien, die Frühstücksauslassen, Abendessenauslassen und regelmäßige Mahlzeiten vergleichen, fanden jedoch keine signifikanten Unterschiede in der gesamten körperlichen Aktivität (4)

  • Das deutet darauf hin, dass die Auswirkungen auf das Energielevel stark vom Individuum und den täglichen Routinen abhängen können. In der Praxis können jedoch Müdigkeit und Energietiefs auftreten, insbesondere wenn längere Zeiträume ohne Nahrungsaufnahme zu einer geringeren Verfügbarkeit von Glukose führen. (6)


Stoffwechselregulierung


  • Beobachtungsstudien bringen das Auslassen des Frühstücks mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen (7) sowie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Adipositas in Verbindung (8). Diese Studien können jedoch keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachweisen, da das Auslassen von Mahlzeiten oft mit anderen Lebensstilfaktoren einhergeht.

  • Kontrolliertere Studien deuten darauf hin, dass es auch darauf ankommt, welche Mahlzeit ausgelassen wird. So zeigte eine Studie, dass das Auslassen des Mittagessens zu stärkeren Blutzuckerspitzen nach dem Abendessen führen kann, was auf mögliche Auswirkungen auf die Stoffwechselregulation hinweist. (9)

  • Gleichzeitig können strukturierte Ansätze wie intermittierendes Fasten je nach Umsetzung neutrale oder sogar positive Effekte auf den Stoffwechsel haben. (5,6)

  • Wichtig ist, dass viele dieser Ergebnisse aus kurzfristigen oder beobachtenden Studien stammen. Individuelle Reaktionen können daher stark variieren.


Was bedeutet das in der Praxis?


Das unabsichtliche Auslassen von Mahlzeiten aufgrund von Stress oder Zeitmangel kann:

  • zu größeren Portionen später am Tag führen und die Mahlzeitenqualität verschlechtern

  • Energietiefs und Müdigkeit verursachen

  • Stoffwechselreaktionen beeinflussen


Gleichzeitig können strukturierte Ansätze wie zeitlich eingeschränktes Essen oder intermittierendes Fasten für manche Menschen funktionieren und sogar Vorteile bieten, wenn sie bewusst geplant und konsequent umgesetzt werden.


Fazit


Es besteht ein wichtiger Unterschied zwischen dem Auslassen von Mahlzeiten aufgrund von Stress oder Zeitmangel und strukturiertem, geplantem Essen wie beim intermittierenden Fasten.

Eine gelegentlich ausgelassene Mahlzeit hat vermutlich keine starken Beeinträchtigungen, aber regelmäßiges, unabsichtliches Auslassen von Mahlzeiten kann unbemerkt beeinflussen, wie hungrig wir sind, welche Lebensmittel wir wählen und wie unser Körper metabolisch darauf reagiert.



Referenzen:

  1. Zeballos E, Todd JE. The effects of skipping a meal on daily energy intake and diet quality. Public Health Nutr. 2020 Dec;23(18):3346–3355. doi:10.1017/S1368980020000683

  2. Vizthum D, Katz SE, Pacanowski CR. The impact of time restricted eating on appetite and disordered eating in adults: a mixed methods systematic review. Appetite. 2023 Apr 1;183:106452. doi:10.1016/j.appet.2023.106452

  3. Bonnet JP, Cardel MI, Cellini J, Hu FB, Guasch-Ferré M. Breakfast skipping, body composition, and cardiometabolic risk: a systematic review and meta-analysis of randomized trials. Obesity (Silver Spring). 2020 Jun;28(6):1098–1109. doi:10.1002/oby.22791

  4. Nas A, Mirza N, Hägele F, Kahlhöfer J, Keller J, Rising R, et al. Impact of breakfast skipping compared with dinner skipping on regulation of energy balance and metabolic risk. Am J Clin Nutr. 2017 Jun;105(6):1351–1361. doi:10.3945/ajcn.116.151332

  5. Elsworth RL, Monge A, Perry R, Hinton EC, Flynn AN, Whitmarsh A, et al. The effect of intermittent fasting on appetite: a systematic review and meta-analysis. Nutrients. 2023 Jun 1;15(11):2604. doi:10.3390/nu15112604

  6. Chowdhury EA, Richardson JD, Holman GD, Tsintzas K, Thompson D, Betts JA. The causal role of breakfast in energy balance and health: a randomized controlled trial in obese adults. Am J Clin Nutr. 2016 Mar;103(3):747–756. doi:10.3945/ajcn.115.122044

  7. Heo J, Choi WJ, Ham S, Kang SK, Lee W. Association between breakfast skipping and metabolic outcomes by sex, age, and work status stratification. Nutr Metab (Lond). 2021 Jan 7;18(1):8. doi:10.1186/s12986-020-00526-z

  8. Minari TP, Pisani LP. Skipping breakfast and its wide-ranging health consequences: a systematic review from multiple metabolic disruptions to socioeconomic factors. Nutr Res. 2025 Sep;141:34–45. doi:10.1016/j.nutres.2025.07.006

  9. Kanazawa C, Shimba Y, Toyonaga S, Nakamura F, Hosaka T. Effects of skipping breakfast, lunch or dinner on subsequent postprandial blood glucose levels among healthy young adults. Nutr Metab (Lond). 2025 Jul 16;22(1):76. doi:10.1186/s12986-025-00975-4


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Da individuelle Bedürfnisse variieren, wird für eine persönliche und maßgeschneiderte Unterstützung eine Beratung durch qualifiziertes Fachpersonal empfohlen.


 
 
 

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