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Essen außer Haus vs. selbst gekochte Mahlzeiten: Einfluss auf die Ernährungsqualität

30. Juni
4 Min. Lesezeit


Auswärts essen zu gehen gehört für viele Menschen zum Alltag. Ob in der Mittagspause zwischen zwei Meetings, nach einem langen Arbeitstag mit einer Bestellung zum Mitnehmen oder beim Abendessen mit Freunden. Mit unzähligen Möglichkeiten, von preiswerten Restaurants bis hin zur gehobenen Gastronomie und von Fast-Food-Ketten bis zu "healthy" Restaurants gibt es viele Gründe, sich für eine Mahlzeit außer Haus zu entscheiden. Dazu zählen unter anderem Komfort, Abwechslung, soziale Kontakte und Genuss.


Gleichzeitig gelten selbst gekochte Mahlzeiten häufig als die gesündere Wahl. Da jedoch das Angebot an gesünderen Restaurant- und Take-away-Optionen stetig wächst, stellt sich die Frage, ob außer Haus verzehrte Mahlzeiten tatsächlich zwangsläufig mit einer schlechteren Ernährungsqualität verbunden sind.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wissenschaftliche Evidenz, wie sich Essen außer Haus und selbst gekochte Mahlzeiten auf die Ernährungsqualität auswirken.


Was sagt die Evidenz?


  • Eine Studie mit US-amerikanischen Erwachsenen und Kindern zeigte, dass Lebensmittel aus dem Lebensmittelhandel durchgehend eine höhere Ernährungsqualität aufwiesen als Lebensmittel aus Restaurants. Obwohl sich die Ernährungsqualität von Restaurantmahlzeiten zwischen 2003 und 2018 verbesserte, wiesen sie im Vergleich zu den anderen untersuchten Hauptquellen für Lebensmittel weiterhin die niedrigste Ernährungsqualität auf. (1)

  • Eine systematische Übersichtsarbeit von 38 Beobachtungsstudien zeigte, dass häufigeres Kochen zu Hause im Allgemeinen mit einer höheren Ernährungsqualität verbunden war. Dazu gehörten unter anderem ein höherer Obst- und Gemüseverzehr sowie insgesamt gesündere Ernährungsmuster. Die Autor:innen wiesen jedoch darauf hin, dass die Gesamtevidenz uneinheitlich war und überwiegend auf Beobachtungsstudien beruhte. Das bedeutet, dass selbst gekochte Mahlzeiten zwar mit einer besseren Ernährungsqualität assoziiert sein können, die Übersichtsarbeit jedoch nicht zeigen konnte, dass das Kochen selbst diese Vorteile direkt verursacht. (2)

  • Eine Auswertung von Daten aus den USA zeigte, dass Erwachsene in Haushalten, in denen häufiger zu Hause gekocht wurde, täglich weniger Kalorien, Kohlenhydrate, Fett, Zucker und Fast Food konsumierten als Erwachsene in Haushalten, in denen seltener selbst gekocht wurde. Die Autorinnen und Autoren kamen zu dem Schluss, dass häufigeres Kochen zu Hause mit einer gesünderen Ernährungsweise assoziiert war – unabhängig davon, ob die Teilnehmenden versuchten, Gewicht zu verlieren. (3)

  • Eine Querschnittsanalyse repräsentativer Ernährungsdaten aus dem Vereinigten Königreich mit 6.364 Erwachsenen zeigte, dass selbst zubereitete Mahlzeiten mit einer höheren Ernährungsqualität assoziiert waren, gemessen anhand der Übereinstimmung mit der DASH-Ernährungsweise (Dietary Approaches to Stop Hypertension). Für jede Zunahme des Energieanteils aus selbst zubereiteten Mahlzeiten um 10 % war die Wahrscheinlichkeit, sich DASH-konform zu ernähren, um etwa 20 % höher – selbst nach Berücksichtigung verschiedener soziodemografischer Faktoren. (4)


Was bedeutet das in der Praxis?


  • Die derzeitige Evidenz legt nahe, dass die häufigere Zubereitung von Mahlzeiten zu Hause im Allgemeinen mit einer höheren Ernährungsqualität assoziiert ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Kochen zu Hause die direkte Ursache dafür ist. Vielmehr deutet es darauf hin, dass Ernährungsweisen mit einem höheren Anteil selbst zubereiteter Mahlzeiten insgesamt häufig eine bessere Ernährungsqualität aufweisen als Ernährungsweisen, die stärker auf außer Haus zubereitete Mahlzeiten zurückgreifen.

  • Dennoch können Kochkenntnisse und Selbstvertrauen beim Kochen eine wichtige Rolle spielen. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Kochkursen zeigte, dass solche Programme mit einer höheren Selbstwirksamkeit sowie einer gesünderen Nahrungsaufnahme assoziiert waren. Ein eindeutiger Zusammenhang mit einer Verbesserung kardiometabolischer Risikofaktoren konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. (5)

  • Viele Menschen gehen davon aus, dass eine gesunde Ernährung teurer ist. Eine Studie mit Erwachsenen zeigte jedoch, dass häufigere selbstgekochte Abendessen mit höheren Werten im Healthy Eating Index assoziiert waren, ohne dass dadurch die Ausgaben für Lebensmittel deutlich anstiegen. Häufigeres Essen außer Haus war hingegen mit höheren Ausgaben und einer geringeren Einhaltung der Ernährungsempfehlungen verbunden. (6)

  • Insgesamt bedeuten diese Ergebnisse jedoch nicht, dass alle Restaurant- oder Take-away-Mahlzeiten ungesund sind oder jede selbst gekochte Mahlzeit nährstoffreich ist. Die Ernährungsqualität wird vielmehr durch das gesamte Ernährungsverhalten über die Woche hinweg bestimmt. Ernährungsweisen mit einem höheren Anteil selbst zubereiteter Mahlzeiten weisen tendenziell eine bessere Ernährungsqualität auf. Daher kann es eine praktische und langfristig umsetzbare Strategie sein, den Großteil der Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und gelegentlich außer Haus zu essen.


Fazit


Die aktuelle Evidenz legt nahe, dass Ernährungsweisen mit einem höheren Anteil selbst zubereiteter Mahlzeiten im Allgemeinen mit einer besseren Ernährungsqualität assoziiert sind als Ernährungsweisen, die stärker auf außer Haus zubereitete Mahlzeiten zurückgreifen. Auch wenn Essen außer Haus durchaus Teil eines gesunden Lebensstils sein kann, könnte die Zubereitung der meisten Mahlzeiten zu Hause eine praktische Strategie sein, um die Ernährungsqualität langfristig zu verbessern.



Referenzen:

  1. Liu J, Micha R, Li Y, Mozaffarian D. Trends in food sources and diet quality among US children and adults, 2003-2018. JAMA Netw Open. 2021;4(4):e215262. doi:10.1001/jamanetworkopen.2021.5262.

  2. Mills S, White M, Brown H, Wrieden W, Kwasnicka D, Halligan J, et al. Health and social determinants and outcomes of home cooking: a systematic review of observational studies. Appetite. 2017;111:116-34. doi:10.1016/j.appet.2016.12.022.

  3. Wolfson JA, Bleich SN. Is cooking at home associated with better diet quality or weight-loss intention? Public Health Nutr. 2015;18(8):1397-406. doi:10.1017/S1368980014001943.

  4. Clifford Astbury C, Penney TL, Adams J. Home-prepared food, dietary quality and socio-demographic factors: a cross-sectional analysis of the UK National Diet and Nutrition Survey 2008-16. Int J Behav Nutr Phys Act. 2019;16(1):82. doi:10.1186/s12966-019-0846-x.

  5. Hasan B, Thompson WG, Almasri J, Wang Z, Lakis S, Prokop LJ, et al. The effect of culinary interventions (cooking classes) on dietary intake and behavioral change: a systematic review and evidence map. BMC Nutr. 2019;5:29. doi:10.1186/s40795-019-0293-8.

  6. Tiwari A, Aggarwal A, Tang W, Drewnowski A. Cooking at home: a strategy to comply with U.S. dietary guidelines at no extra cost. Am J Prev Med. 2017;52(5):616-24. doi:10.1016/j.amepre.2017.01.017.



Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Da individuelle Bedürfnisse variieren, wird für eine persönliche und maßgeschneiderte Unterstützung eine Beratung durch qualifiziertes Fachpersonal empfohlen.



 
 
 

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